Die Geschichte von TINA

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Hallo, ich bin auf Koh Samet geboren (ist auch eine Insel in Thailand, aber ganz weit weg von Koh Samui - in der Nähe von Pattaya). Annelie und Rainer haben mich unter großen Mühen erst nach Bangkok, dann nach Koh Samui und schließlich nach Deutschland geholt. Sie hatten sich an der Beach auf Koh Samet in mich verliebt und wollten mich nicht einem ungewissen Schicksal auf Koh Samet überlassen.

Nun ist schon fast ein Jahr her (21.01.06), seit dem ich Tina bei Euch abgeholt habe. Sie sah zwar wegen. des Pilzbefalls aus, als hätten die Motten an ihr gefressen, aber ich sagte immer zu Rainer, dass das Fell wieder nachwächst. Das war aber das geringste Problem, wie sich noch herausstellen sollte.

Direkt nach unserer Ankunft in Gauting (Samstags) sind Rainer u. ich mit dem Hund zur Tierärztin, die uns Salbe u. Badetinktur gegen den Hautpilz (Ringworm) mitgab. Montags bin ich wieder mit Tina hin, da sie sehr hohes Fieber hatte - Antibiotikatabl. - Fieber runter - 2 Tage später Fieber hoch  - Antibiotkaspritze - Fieber runter -  Samstag Fieber wieder hoch. Trotz meiner Hinweise, dass der Hund aus Asien ist u. vielleicht eine "Tropenkrankenheit" vorliegt, hat die Ärztin keine Blutuntersuchung gemacht. Nach einer Woche und mittlerweile ein ganz apathischem Hund rief ich Samstags eine andere Ärztin an, die direkt sagte, dass der Hund sofort nach Weilheim in die Tierklinik muss, da sich die Symptome doch nach Staupe anhörten. Wir fuhren hin u. die Blutuntersuchungen ergaben, dass die Werte so schlecht waren, dass Tina wahrscheinlich nur noch 2 Tage gelebt hätte. Infusionen, neues Antibiotikum u. 3 Tage hintereinander nach Weilheim zu Blutuntersuchungen. Dann war klar, dass Tina Ehrlichiose hatte. Die weitere Behandlung konnte von der neuen Ärztin in unserer Nähe durchgeführt werden.

Durch diese vielen Autofahrten nach Weilheim (ca. 1 Std.)  fand Tina Autofahren schrecklich: der Speichel lief nur so in Strömen u. triefte in langen Fäden, bis sie sich irgendwann übergab. Nur zu verständlich, wenn man direkt von der Insel den Zivilisationsschock erlebt. Nachdem sie das Dosen- bzw. Trockenfutter 2mal erbrochen hatte, fraß Tina beides nicht mehr.

Was tun? Wg. der Antibiotikatbl. musste sie aber unbedingt was fressen, also fing ich an, für Tina zu kochen.

Diese ganzen Bemühungen um den Hund fanden ihren Höhepunkt in den Anti-Ringworm-Bade-Aktionen. Der Pilz war inzwischen bei mir angekommen u. deswegen war es o.k., wenn nach dem Bad nicht nur Tina, sondern auch ich klitschnass war. Irgendwann lag Tina mit angewärmten Tüchern bedeckt auf ihrem Kissen vor der Heizung. So weit so gut. 

Als es hier so richtig kalt wurde, versuchte ich Tina alte Pullover anzuziehen. Sie ließ sich die Prozedur gefallen, sah allerdings aus wie Quasi modo, da ich die weiten Pullis zusammenknotete, was zu einem unvorteilhaften "Buckel" führte.

Also kaufte ich zum 1.Mal ein Hundemäntelchen, natürlich innen mit Plastik-Schaffell gefüttert. So sind wir mit Tina durch die Schneemassen gestapft, was ihr sogar sehr viel Spaß bereitete. Der Schnee lag hier hüfthoch u. Tina ist quasi vom Sandstrand zur geschlossenen Schneedecke gereist.

Tina war jedoch nicht die einzige Kranke in unserem Haushalt. Meine Mutter war Ende Okt. 2005 angereist, um unseren Kater während unseres Aufenthaltes in Bankok zu versorgen. In dieser Zeit erkrankte sie an Lungenkrebs u. sie entschloss sich, die Therapie hier durchzuführen. In der ganzen Zeit war die Sorge um Tina Ablenkung für sie von ihrer Krankheit. 

Tina legte sich oft zu meiner Mutter ins Zimmer, holte sich ihre Streicheleinheiten ab u. als es Tina besser ging, amüsierte sich meine Mutter über Tinas Toberei im Schnee.

Im März ist meine Mutter zurück nach Trier, wir hatten immer noch Schnee u. ein Ende war noch nicht in Sicht. Tinas Begeisterung fürs Autofahren war gleich Null bzw. Stress pur. Was tun? Jede Menge Geduld, noch mehr Tipps von allen

Leuten, diverse Globuli, Rescue-Tropfen, Rockrose-Tropfen....die ganze homöopathische Palette rauf u. runter.

Schnell war uns klar, ein Segelurlaub war das letzte was Tina brauchte. Also kauften wir uns ein Wohnmobil. So richtig toll fand Tina das zwar auch nicht, aber es war für lange Strecken gemütlicher.

Gerade kommt Tina mit ihrem heißgeliebten Kauknochen zu mir. Mittlerweile sind ihre Blutwerte sehr gut, sie frisst auch wieder Dosenfutter und wird nach Strich u. Faden verwöhnt. Am Anfang hatten wir sehr viel Angst um Tina, aber die ganze Aktion hat sich gelohnt. Rainer u. ich bereuen es nicht, Tina hierher geholt zu haben. Sie rast durch den Garten, erfreut uns und die Nachbarn u. versteht nicht, warum die Eichhörnchen nicht mit ihr spielen wollen.

Liebe Brigitte, ich bedanke mich sehr für Deine Hilfe, Geduld u. Unterstützung. Was am Anfang fast unmöglich schien, war durch die genauen Informationen sehr gut zu organisieren. Ich denke oft an die Woche auf Koh Samui vor Tinas Abreise.

Zum Tierheim konnte ich zwar nicht fahren, aber ich konnte in Eurem Haus erfahren, was für eine supertolle Arbeit Ihr leistet. Jedem, der mich nach Tinas Herkunft fragt, berichte ich von Euch, nenne die Internetadresse u. sage, dass jeder gespendete Cent wirklich an die Tiere geht.

Vielen Dank auch noch mal an Werner, Sandra u. Wit, der uns zum Flughafen gebracht hat. Macht es gut, bis zur nächsten Mail 

 

Annelie & Rainer  

Hier bin ich noch auf Samui!
So sehe ich heute aus.
Schnee ist fast so schön wie Sand...
...aber Sand ist nicht so kalt!