|
PREISVERLEIHUNG Tierschutzpreis 2007 von der Hans-Rönn-Stiftung
|
![]() |
![]() |
|
Sehr verehrte Frau Rönn, sehr geehrte Mitglieder des Kuratoriums, liebe Tierfreunde in Vertretung für die Preisträgerin Brigitte Gomm und in deren Namen möchte ich bzw. wir (>>>LAMAI) Ihnen über dieses bewundernswerte Projekt auf der anderen Seite unserer Erdkugel berichten. Lassen Sie mich aber bitte zuvor in wenigen Sätzen beschreiben, wie wir, also meine Frau Brigitte (nicht verwechseln) und ich, überhaupt mit dem DOG RESCUE CENTER in Verbindung kamen: Wir, das waren im Jahr 2003 zunächst nur Brigitte und Peter Bose, von Lamai, diesem Hundetier hier an meiner Seite, war noch gar kein Reden Wir, das waren bzw. sind zwei Katzenleute, vor allem die Brigitte; an einen Hund in unseren Reihen hatten wir bis dahin keine Gedanken verschwendet. Wir hatten regelmäßig in südlichen Urlaubsregionen das Tierelend kennen gelernt, hatten immer irgendein Geschöpf oder mehrere im Schlepp >> offenbar ziehen wir so etwas buchstäblich an, vermutlich weil wir nicht weggucken können << Von daher war für uns irgendwann einfach Schluss mit Urlaub im Süden, schon allein aus Selbstschutz. Das klappte auch ganz gut, bis, ja bis uns eine Tierschützerin was von einer wunderschönen kleinen Insel vorschwärmte, einer Insel, die zu Thailand gehört, auf der es, wie sie berichtete, keine Tierprobleme gebe, weil da ja eine Deutsche, die Brigitte, sich um die kranken Hunde kümmere. Sie gab noch den Tipp, sollte uns da ein verletztes Tier auffallen, sofort Brigitte verständigen und alles würde geregelt. Wir wurden schwach; weshalb wir das damals so unkritisch aufgenommen haben, wissen wir nicht mehr. Im November 2003 waren wir dann jedenfalls auf einmal vor Ort: Koh Samui, eine Trauminsel im Golf von Thailand, rd. 1 Stunde Flugzeit (Propellermaschine) von Bangkok entfernt. Mit 247 Quadrat-KM etwas größer als die Stadtfläche von Düsseldorf (217 Quadrat-KM), allerdings mit 35.000 Einwohnern (zzgl. Touristen) deutlich geringer besiedelt. Jahresdurchschnitts-Temperatur bei 28° Celsius, im November übrigens ganz gut zu ertragen. In der ersten Woche war alles wie vorausgesagt, wir sahen zwar überall Hunde, aber dreckig schien es denen nicht zu gehen. Voll guter Dinge entschlossen wir uns dann in der zweiten Woche, dieser Brigitte vom DOG RESCUE CENTER SAMUI einen Besuch abzustatten. Nun ja, letztlich mit Überschreiten der Schwelle zu ihrem Grundstück erfuhr unser Resturlaub, noch fast zwei Wochen, sagen wir mal, eine etwas andere Gestaltung als geplant. Es lag nicht allein daran, dass uns am Tor ein Begrüßungs-Komitee von mehreren Hunden freudig bellend und schwanzwedelnd in Empfang nahm. Dabei störte es nicht, dass einige nur auf drei Beinen standen, zwei sich nur auf ihren Vorderpfoten fortbewegten und dabei Ihren Körper mit den kraftlosen Hinterpfoten hinter sich herzogen, und einigen schlichtweg das Fell fehlte. Es lag auch daran, dass uns Brigitte Gomm begrüßte, als seien wir ein lang erwarteter Besuch, und sie es fertig brachte, uns sofort an ihrem Tagesablauf teilnehmen zu lassen. Von anderen Besuchern, die auch einfach nur mal reinschauen wollten, erfuhren wir, dass es ihnen ähnlich ergangen war. Wenn Du einmal da bist, hast Du sofort eine Aufgabe. Für uns bedeutete das unter anderem, dass wir bald mit dem Rettungswagen unterwegs waren (ihr einziger Thai-Helfer mit Führerschein hatte ein paar Tage Urlaub), um Hunde ins 20 km entfernte Tierheim zu transportieren, oder um in einem buddhistischen Kloster zusammen mit einem Thai-Helfer Hündinnen einzufangen, um sie zum Kastrieren zu bringen. Dass wir in dem Zusammenhang dann auch mal eben vier Katzen in unserer Hotelanlage einfingen, um sie kastrieren zu lassen, sei nur am Rande erwähnt. Die Katzenfalle stammte natürlich von Brigitte Gomm. Brigitte Gomm, das ist das Stichwort: Lassen Sie mich der Preisträgerin zuwenden: Vor gut zehn Jahren gab es auf der Insel noch keinen Tierarzt. Eine medizinische Tierversorgung nahezu unmöglich. Es gab Hunderte von herrenlosen Hunden, die so genannten SOI-DOGS, die überall an den Stränden und kleinen Strassen um Futter bettelten. Jedes Jahr kamen viele hinzu, wie viele, kann man nur ahnen, wenn man bedenkt, dass in diesem Klima eine Hündin locker zweimal im Jahr Junge bekommt. Bei einer Mischlingshündin sind 10 Junge pro Wurf keine Seltenheit. Wenn zu viele Hunde auf der Insel waren, wurde regierungsseitig eine Großvergiftungsaktion durchgeführt, was die Zahl der SOI-DOGS zwar reduzierte, allerdings an andere Stelle für Unruhe sorgte, nämlich bei vielen Touristen, die die sterbenden Hunde herumliegen sahen. Hinzu kam, dass sich auch niemand um verletzte Hunde kümmerte. Selbst kleine Bisswunden können in den Tropen schnell tödlich enden, weil Fliegen ihre Eier in den Wunden ablegen und die Maden sich immer tiefer in das Tier fressen. Die Folge sind zahllose Tiere, die unbeachtet und elend am Straßenrand sterben. Dabei ist gerade die Behandlung von mit Maden befallener Wunden einfach und führt schnell zur Heilung. Dank der Initiative von Brigitte Gomm, ihrem Mann Werner, sowie der Hilfsbereitschaft zahlreicher Tierfreunde, die das Tierelend auf der Insel nicht mehr ertragen konnten, gelang es, 1999 eine kleine Tierklinik für herrenlose Tiere zu eröffnen. Ein Tierarzt wurde eingestellt, der zu Beginn mindestens zwei Hündinnen pro Tag kastrierte und sich um verletzte Tiere kümmerte. Die laufenden Kosten für die Klinik waren hoch. Dies konnte aber von Anfang an über Spenden finanziert werden. Den ruhelosen Aktivitäten von Brigitte Gomm ist es zu verdanken, dass es inzwischen weltweit eine große Zahl von hilfsbereiten Tierfreunden gibt, die Patenschaften übernehmen und/oder mit ihrem materiellen Beitrag den Fortbestand des Centers sichern. Fast jeder von denen war mindestens schon einmal auf der Insel und hat bei Brigitte mitgearbeitet, und ich wiederhole mich: einmal dort gewesen, lässt einen das nicht mehr los. Dank der großzügigen Spende einer Schweizerin konnte im Jahr 2002 ein Grundstück von rd. 7500 qm gekauft werden, auf dem dann 2003 ein Tierheim errichtet wurde. Hier finden alle die Hunde und inzwischen auch Katzen Zuflucht, die aufgrund von Verletzungen oder Behinderungen für das Leben draußen nicht mehr geeignet sind. Seit 2003 wurden etwa 250 Hunde und 130 Katzen im Tierheim aufgenommen. Einige bleiben nur kurz, weil es immer wieder Tierfreunde gibt, die den einen oder anderen Hund mit nach Europa, Australien oder Kanada nahmen, die meisten bleiben für immer, gut versorgt, ohne Hunger und Schmerz. Auch dieses Geschöpf hier hatte Glück, eine wunderschöne Promenadenmischung, einmal quer durch Thailand. Ihr Name: Lamai! Lamai von Koh Samui. Lebte bei unserem Hotel im Ort „Lamai-Beach“, wurde von uns eingefangen und zum Kastrieren gebracht. Da wir erkannten, dass das Risiko zu groß war, sie nach ihrer Operation wieder am Hotel raus zu lassen, war eine Entscheidung fällig. Sie hätte an diesem Platz keine Chance gehabt. Wie diese Entscheidung übrigens ausgefallen ist, sehen sie hier.
Zurück zum Tierheim: Dem Tierheim angeschlossen ist auch eine kleine Tierklinik, in der ein fest angestellter Tierarzt täglich mindestens 6 Tiere kastriert und sich um die Versorgung von verletzten Tieren kümmert. Inzwischen gibt es ein Katzenhaus und auch ein Welpenhaus wurde fertig gestellt. Das Besondere in diesem Haus sind spezielle Quarantänevorrichtungen, durch die man hofft, der hohen Welpensterblichkeit Herr zu werden. Als Brigitte im Frühjahr Nachricht über die Preisverleihung erhielt, tätigte sie spontan für das Tierheim eine dann auch dankbar angenommene Investition: 10 große Maurerkübel wurden gekauft. Sie wissen, diese großen schwarzen Bottiche. Hier bei uns einfach und günstig im Baumarkt zu beschaffen, auf Koh Samui ist dies weitaus schwieriger und vor allem für dortige Verhältnisse mit 900 Bath pro Kübel (ungefähr 18 EURO) sehr, sehr teuer. Die Dinger wurden als Badebottiche für die Hunde angeschafft, damit die Trinkschalen nicht länger zweckentfremdet wurden
Was im Zusammenhang mit dem Tierheim auch mal erwähnt werden muss, ist der Umstand, dass das große Grundstück auch gesichert werden musste. Eine 800 Meter lange und zwei Meter hohe Mauer wurde gebaut. Alles mit Spenden finanziert und von freiwilligen Helfern aus Europa oder von sonst wo in der Welt fertig gestellt. Es dauerte zwar etwas bis zur Fertigstellung, fast eineinhalb Jahre, da man erst immer wieder auf Spenden warten musste, um neue Steine kaufen zu können, aber für thailändische Verhältnisse war das schon fix gebaut. Insgesamt verdient vor allem die Umsetzung der baulichen Maßnahmen in diesem Teil der Welt besondere Hochachtung. Behördenbürokratie und Thai-Mentalität wirkten dabei nämlich keinesfalls beschleunigend und wenn es dann dennoch gelang, dann nur durch die Hartnäckigkeit von Brigitte Gomm. Den nötigen Respekt verschafft sie sich als „Farang“ (Ausländer) auch dadurch, dass sie es gelernt hat, sich in der Thai-Sprache zu verständigen. Übrigens, ein Thai-Wort haben wir bei unserem Aufenthalt auch gelernt: TAMAN, was wohl Kastration heißt. Nach inzwischen 8 Jahren des Bestehens des DOG und inzwischen auch CAT RESCUE CENTER SAMUI ist man so weit, dass jeder Hund und jede Katze kostenlos medizinisch versorgt werden kann. Das Angebot wird zunehmend auch von den Thais in Anspruch genommen, die in der Regel zu arm sind, um Tierarztkosten bezahlen zu können. Das hier geschaffene Vertrauen führt dazu, dass nicht nur Touristen, sondern zunehmend auch Einheimische am Straßenrand entdeckte verletzte Tiere melden, damit diese von Brigittes Helfern abgeholt und medizinisch versorgt werden können. Auch bei einigen Hotelmanagern (so viele sind es leider noch nicht) ist nach vielen Gesprächen mit Brigitte Gomm offenkundig die Erkenntnis gereift, dass es für alle Beteiligten stressfreier ist, mit den Hunden zu leben. Diese sind gesund, kastriert, und stören keinen. Dass die Tiere dann auch noch satt werden, darum kümmert sich im Optimalfall das Hotel, oder was die Regel ist, das Rescue-Center. Die Hunde von Koh Samui sind Allesfresser (trifft auch für die Dame hier zu >> Lamai), große Ansprüche werden nicht gestellt, von daher wird jeder irgendwie und mit irgendwas satt (Brigitte hat übrigens eigens Helfer, die bei den Hotelküchen Brot- und Essensreste abholen.) Meine Damen und Herren, Brigitte Gomm und ihr Team verdienen unseren Respekt. Es ist ihr Verdienst, dass es auf der Insel eine flächendeckende medizinische Versorgung für Hunde und Katzen gibt. Über die Jahre seit 1999 wurden durch ihren Einsatz und die Arbeit ihrer Helfer zahlreiche Tiere vor Tod , Verelendung und einem qualvollen Leben bewahrt. Mit dem Motto des DOG AND CAT RESCUE CENTER SAMUI
HELP US HELP und einem herzlichen Dank für die Entscheidung des Kuratoriums schließe ich meine Laudatio. Ich bzw. wir (>> LAMAI) danken für Ihre Aufmerksamkeit.
Weitere Infos zu der Preisverleihung könnt ihr unter folgendem link finden
http://www.katzenschutzbund-duesseldorf.de/index.php?option=content&task=view&id=20 ..
|
Hallo, ich bin LAMAI und wurde 2003 von Brigitte und Peter von Koh Samui gerettet.
|
|
Last Update:04.12.2007 02:35:05 |