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Die Geschichten von ROSINA und EOWIN
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ROSINA
Im Oktober
2005 fütterten mein Freund und ich wie jeden Tag unseres Urlaubs
die Hunde am Tempel.
Plötzlich sah
ich in einiger Entfernung ein lautstark schreiendes Minikätzchen
über die Strasse wanken. Ich schickte meinen Freund hin mit den
Worten: "Sieh mal nach ob die 'ne Mama hat." Als ich mich nach der
Hundefütteraktion umschaute, stand er mit einem abgemagerten
halbtoten Etwas auf der Hand da und sagte:" Sieht die so aus als
ob sie 'ne Mami hat?" Sah sie nicht!
Wir steckten
das Kätzchen im meinen kleinen Rucksack und ab ging es mit dem
Mofa zum Bungalow, wo sie sich sofort auf das Katzenfutter für den
Hotelkater stürzte.
Ich nahm sie
mit ins Bett unter die Decke und da lag sie die ganze Nacht an
meinen Bauch gekuschelt und schnurrte leise und zufrieden.
Am nächsten
Tag sind wir zum Doktor gefahren, der Unterernährung, hohes Fieber
und eine grosse Schwellung durch einen Hundebiss feststellte. Ich
bekam Antibiotika und Entwurmung mit. Der ausgeschiedene Bandwurm
war grösser als sie!
Buäh!!!
Wetterbedingt
und auch wegen Rosina verbrachten wir die nächsten 3 Wochen viel
im Bungalow oder beim Tierarzt. Ihr ging es immer besser (Dank an
Dr. Somsak). Sie hat den ganzen Tag gefressen wie ein Weltmeister
und spielte und tollte ständig durch den Bungalow. Überall musste
sie dabei sein und wir verliebten uns total. Nachts kuschelte sie
sich weiterhin unter der Decke an mich und der ganze Urlaub drehte
sich nur noch um sie. Zum Glück war der damalige Manager Leigh
sehr tierfreundlich und die Angestellten belächelten uns milde.
Aber alle passten auf, dass Rosina beim Saubermachen nicht
entwischte. Am Ende unseres Urlaubs stand fest: Sie muss mit!
Dank
EU-Bestimmung ist das ja nicht mehr so einfach.
Aber zum
Glück kannte ich Brigitte und Werner und das DRCS von früheren
Aufenthalten und wir konnten sie dort erst mal "zwischenlagern".
Aus dem
behüteten Leben im Bungalow kam sie nun zu fast 30 Katzen und
einigen Hunden und auch noch ohne uns! Sie fing an zu nuckeln und
zu saugen, Brigitte meinte immer: "sie dockt an". Ansonsten ging
es ihr dort aber natürlich prima.
Die Beiden
haben sich um alle Formalitäten gekümmert, und nach 4 Monaten
ätzender Wartezeit und vielen Telefonanrufen meinerseits konnten
wir Rosina endlich in Frankfurt abholen! Sie durfte mit Marcus
sogar 1. Klasse in der Kabine reisen!
Bei uns
musste sie sich dann nur mit 5 anderen Katzen arrangieren, was ihr
bemerkenswert schwer fiel. Bei Brigitte waren es ja wohl einige
mehr!!!??
Aus Übermut
und Unsicherheit ärgerte sie die anderen ständig. Sie ist
hyperaktiv und wenn man sich immer soooo langweilt und so tolle
Ideen hat, kann das für alle sehr anstrengend werden. Doch dann
kam Eowyn. Aber das ist eine andere Koh Samui Geschichte!
Jetzt hat sie
jemanden, der mit ihr durch die Wohnung rast und Blödsinn macht,
und alle anderen atmen erleichtert auf ;)
Ich muss nun
nicht mehr ganz so lange Puschel werfen, die sie apportiert, und
kann mich mehr auf unsere Schmusestunden unter der Decke bei
möglichst 32 ° konzentrieren. (Als Thailänderin ist einem auch im
Sommer immer sehr kalt, und man muss daher natürlich immer unter
einer Decke liegen, und dazu dann noch die kalten Füße...).
Bei uns
nuckelt sie übrigens nur, wenn es gar zu gemütlich unter der Decke
ist...!
Sie ist ein
schmusiger kleiner Kobold, und wir alle lieben sie sehr. Ich habe
nicht eine Sekunde meinen Entschluss bereut und denke oft, wie gut
es doch ist, am richtigen Ort zur richtigen Zeit so richtig laut
zu brüllen!!!
EOWIN
Im September
2007 fuhren wir wieder nach Samui. Wir besuchten Brigitte und
Werner und ich sah dort in einem Käfig ein kleines Kätzchen
liegen. Es sah Rosina sehr ähnlich. Ich wollte sie natürlich
gleich in den Bungalow zum aufpäppeln mitnehmen, doch erst nach
einem Telefonat mit Brigitte (sie war gerade auf Koh Phangan)
drückte sie uns Werner in die Hand. Die Kleine war erst 2 Std vor
unserem Besuch von einer Touristin gebracht worden und war, wie
alle, sehr krank.Sie hatte schon etwas gegessen, hustete aber sehr
stark.
Im Bungalow
schlief Eowyn die ganze Nacht auf meinem Kopfkissen und
schnorchelte vor sich hin. Sie war sehr schwach, hustete viel und
hatte Atemnot. Der ganze kleine Körper bebte. Ich gab ihr die
Medikamente die Werner mitgegeben hatte und hoffte auf Besserung!
2 Tage nach
Eowyns Ankunft drückte mir morgens der Gärtner eine kleine rot/weisse
Katze in die Hand, drehte sich um und ging weg. Ich war etwas
perplex!
Auf Nachfrage
berichtete er der Strandmasseurin, die Katze hätte angeblich
morgens plötzlich am Swimming Pool gestanden. Da die Deutsche doch
so tierverrückt ist, würde sie sie bestimmt mit nach Deutschland
nehmen und da hätte es die Katze doch viel besser. Wo diese Katze
wohl herkam??
Wir waren
anscheinend sehr bekannt im Mermaid!
Nun hatten
wir 2 Minikätzchen! Francine und Eowyn!
Francine war
relativ gesund und sehr gepflegt. Sie war superlieb, spielte viel
und quäkte nach Futter, auch wenn welches im Napf war. Eigentlich
muss sie es bei unserem Gärtner sehr gut gehabt haben.
Eowyn ging es
nach 3 Tagen immer noch nicht besser und wir sind zu Dr. Somsak
gefahren. Ich wollte das Antibiotikum wechseln lassen.
Die Ärztin
dort stellte eine schwere Lungenentzündung, hohes Fieber und
Unterernährung fest und gab ihr kaum eine Überlebenschance.
Wir bekamen 5
verschiedene Medikamente mit, die wir zu unterschiedlichsten
Zeiten geben mussten. Ein anderes Antibiotikum, was gegen Husten,
gegen Fieber, Vitamin-B-Komplex etc....
Francine
hatte auch Fieber und bekam auch Medi's mit.
So
ausgerüstet nahmen wir den Kampf auf!
Eowyn ging es
dann tatsächlich zunehmen besser. Sie nahm an Gewicht zu, hustete
und rasselte nicht mehr so viel und spielte und schmuste durch die
Gegend. Die beiden verstanden sich prächtig und wir hatte alle
viel Spass.
Eowyn
behütete und putzte Francine ständig.
Natürlich
mussten wir alle 3 Tage zum Doc, aber das gehört bei unseren
Urlauben ja anscheinend schon dazu.
Leider geht
jeder Urlaub einmal zu Ende und was nun?
Naja, ob ich
nun 5 Katzen habe oder 7, was macht das schon für einen
Unterschied!?
Dann traf
mich der Schock! Brigitte hatte Katzenwelpensterben im Haus und
die beiden konnten ungeimpft noch nicht zu ihr. Wegen der
Antibiotikagabe durften wir sie noch nicht impfen lassen.
Eine deutsche
Touristin aus unserer Anlage bot an, sie für die 4 Wochen ihres
Aufenthaltes zu nehmen und sie dann geimpft (ein Helfer des DRCS
hätte das erledigt) von Brigitte abholen zu lassen. Ich war happy
und fuhr einigermaßen beruhigt nach Hause.
Nach 4 Tagen
bekam ich eine e-mail; die Katzen würden von Brigitte abgeholt,
denn sie würde wegen des Regens die Insel verlassen. Ich dachte
ich spinne! (Nachher habe ich erfahren, sie ist doch die volle
Zeit dageblieben. Es ging 2 Tage kein Flieger und dann hörte es
auf zu regnen)
Brigitte und
ich überlegten also- Einzelbox für mind 4 Wochen oder das Risiko
eingehen und sie mit ins Haus nehmen. Ich entschied mich für das
Risiko und hoffte.
Zuerst schien
alles gut zu gehen, doch dann kam die Hiobsbotschaft. Eowyn hörte
auf zu fressen und hatte Bläschen im Maul. Auf meine
Gewichtsnachfrage kam heraus, dass sie von 1000g auf 720g
abgerutscht war. Ohje!
Werner kaufte
einen neuen Mixer und Eowyn wurde zwangsgefüttert. Das war
vielleicht ein Theater. Sie spuckte alles durch die Gegend.
Ich rief
täglich an und nach 1,5 Wochen ging es aufwärts. Wir atmeten alle
auf! (Francine ging es dagegen prächtig, um die brauchte ich mir
keine Sorgen machen)
Ich rief dann
"nur" noch alle 2-3 Tage an. Alles schien gut zu werden, dann
bekam Eowyn Schnupfen und das Theater ging von vorne los.
Zwangsfüttern, wiegen und tägliche Anrufe meinerseits. Sie sprach
auf das Antibiotikum von Dr Sid nicht an und ich rief bei Dr.
Somsak an um mich nach dem ersten zu erkundigen. Wir wechselten
und dann ging es bergauf!
Am 30.11.
sagte mir dann Brigitte, dass Francine plötzlich Fieber und
Atemnot bekommen hätte und am Tropf liegt. Das war ein Schock! Sie
war doch inzwischen geimpft und fit!? Nachts bekam ich dann eine
e-mail, dass Francine in Brigittes Arm gestorben ist. Wir waren
sehr traurig und werden sie immer in Erinnerung behalten!!
Zum Glück
wurde Eowyn wieder einigermaßen gesund und wir warteten auf
Flugpaten. Dann stand aber alles unter einem guten Stern. Wir
hatten im Oktober für Tanja und Manuel einen Hund nach Düsseldorf
mitgenommen und die beiden würden uns jetzt im März Eowyn
mitbringen. Wenn das kein Zeichen war!
Brigitte
hatte sich während der intensiven Pflege sehr in die Kleine
verliebt und es fiel ihr schwer sie gehen zu lassen. Respekt, ich
hätte sie nicht gehen lassen können :(
Wir holten
sie dann in Düsseldorf ab und auch Eowyn durfte mit in der Kabine
reisen. Ein Dank an Tanja für das unbequeme Sitzen während des 13
Std Flugs!!
Unsere Kleine
lebte sich sofort in der Gruppe ein, als ob sie schon immer hier
gewesen wäre. Sie ist absolut harmoniebedürftig und hat sich
bisher noch nicht einmal gestritten. Sie tobt mit Rosina umher und
putzt die anderen immer sehr fürsorglich. Sie ist sehr respektvoll
den anderen Katzen gegenüber und versteckt sich sofort, wenn es
mal Streit gibt.
Ich kann
keinen Schritt ohne sie machen, sie ist wie Pattex ;)
Ständig
verfolgt sie mich und quäkt, will spielen und dabei lustige
Klappmesser in der Luft machen oder sitzt auf meinem Schoß und
schmust. Sie kommt sofort angerannt wenn ich eine Katze rufe und
quäkt dann ganz aufgeregt herum, dass SIE doch schon da wäre.
Dabei weiß sie genau wie sie heißt!
Sie frisst
nur reinen Fisch und ich muss entweder Fisch (vorzugsweise
Welsfilet) kochen oder die teuren kleinen Katzendosen mit frischem
Fischfilet kaufen. Soviel zur Fischparty abends von Brigitte, grrr
;)! ( Dort wird jeden Abend für die Katzen frischer Fisch
gekocht).
Nachts
schläft sie immer auf meinem Kopfkissen oder halb auf meinem Kopf
und putzt mich (sie hat einen Putzfimmel!).
Ich bin
hoffnungslos verliebt in sie und kann mir unser Leben nicht mehr
ohne sie vorstellen. Wenn meine älteste Katze Fee (12 Jahre) mal
eifersüchtig auf sie ist, wird leider stellvertretend Rosina
verhauen, denn Eowyn mag einfach jeder.
Sie ist viel
kleiner als die kleine Rosina, sie wiegt nur 2 kg, und hat
natürlich dadurch noch einen Punktvorteil.
An dieser
Stelle noch einmal ein riesiges Dankeschön an Brigitte und Werner
für die viele Mühe trotz Zeitmangel. Es hat sich gelohnt und Eowyn
hat Glück gehabt, dass ich euch so sehr genervt habe mit meinen
täglichen Anrufen ;))
(Danke für
Deine Geduld, liebe Brigitte!)
Eigentlich
hatte sie vierfaches Glück, denn schließlich ist sie dem Tod schon
drei mal "von der Schippe gesprungen"!
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Last Update:01.09.2008 10:45:51 |